Laurent Dominique Fontana studierte an der Architekturschule und der Hochschule für Bildende Künste in Genf. Als Sohn eines Richters begann er seine künstlerische Laufbahn 1958 und gewann 1962 den Preis für junge Maler. Von 1962 bis 1974 lehrte er an der Hochschule für Bildende Künste Genf und gründete 1975 die Abteilung „Künstlerische Ausdrucksformen“ an der Hochschule für Bildende Künste (ESAV). Seine zahlreichen Studienreisen nach Amerika, Osteuropa und Japan prägten sein politisches Bewusstsein und beeinflussten seinen Wandel von einem rein ästhetischen Ansatz hin zu einer Reflexion über menschliche Verletzlichkeit und die Auseinandersetzung mit Gewalt.
Seit den 1960er Jahren hat Fontana an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und international teilgenommen. Seine Werke befinden sich in Museen und Privatsammlungen in Spanien, den USA, Frankreich, Italien, Japan, den Niederlanden, Russland und der Schweiz. Zu seinen bekanntesten Projekten zählen die monumentalen Installationen „Hängende Gärten von Babylon“ (1993) und „Provenances Chechnya“ (2004) sowie öffentliche Arbeiten in Genf, Neuenburg und Verbier. Sein Werk wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, darunter das Schweizer Bundesstipendium 1982 und der Calame-Preis 1962.
Fontanas Werk erforscht die tragische Spannung, die dem Menschsein innewohnt: Schmerz, Liebe, Einsamkeit und Entschlossenheit. Seine Skulpturen zeugen von einer physischen und emotionalen Auseinandersetzung mit den essentiellen Materialien Holz, Stein und Zeit. Die von ihm geschaffenen Figuren, ob männlich oder weiblich, im Krieg oder im Traum, durchqueren die Leere des Raumes mit intensiven und paradoxen Gesten – zugleich sinnlich, angespannt und ungreifbar.


