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Dorothy Cross – 2018

Die Irin Dorothy Cross ist mit Sicherheit eine der herausragendsten Künstlerinnen der Britischen Inseln – auf der anderen Seite des Ärmelkanals ebenso wie international. In ihrem Heimatort Cork, wo sie 1956 zur Welt kommt, besucht sie die Crawford Municipal School of Art, bevor sie einen Hochschulkurs an der Leicester Polytechnic in England belegt. Bei ihrem anschließenden dreijährigen Studium am San Francisco Art Institute in Kalifornien eignet sie sich schließlich umfassende Fähigkeiten in den bildenden Künsten an.

Auch wenn sich Cross mit verblüffender Leichtigkeit unterschiedlichster Medien wie Skulptur, Fotografie, Video oder Installation bedient, haben dennoch alle ihre Arbeiten immer wiederkehrende gemeinsame Nenner: sexuelle und kulturelle Identität, persönliche Geschichte, Erinnerung und die Diskrepanz zwischen Bewusstem und Unbewusstem.

Seit Mitte der 1980er Jahren regelmäßig auf Ausstellungen vertreten, hat Dorothy Cross mit ihren Installationen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen: „Ebb “ in der Douglas Hyde Gallery in Dublin, „PowerHouse “ am ICA in Philadelphia, im Camden Arts Centre in London und in der Kerlin Gallery in Dublin. Die beiden Werke bestehen in erster Linie aus drei Gegenständen, jeweils Fundstücke oder Familienbesitz. Mit diesen drei willkürlich kombinierten Teilen haucht Cross ihren Arbeiten eine Art poetische Zusammengehörigkeit ein.

Bekannt geworden ist Dorothy Cross vor allem für ihre öffentliche Installation „Ghost Ship“ (1998), bei der ein stillgelegtes Leuchtschiff in der Scotsman-Bucht vor dem Hafen von Dun Laoghaire bei Dublin durch Leuchtfarbe zum Leben erweckt wurde.

Die Ehrendoktorin der Universität von Cork und Trägerin des renommierten „Pollock-Krasner“-Preises erhält ihren Platz in den Gärten des Château de Vullierens mit ihrem Werk „BED“. Das zerknitterte Bett – Symbol für Geburt und Tod, Sex und Träume – wurde vollständig aus Carrara-Marmor gefertigt. Auf diese Weise erhebt Cross den bei den Bildhauern der Renaissance so populären Stein wieder in den Adelsstand. Gleichzeitig drückt sie dem Material auch ihren eigenen Stempel auf: Früher den Heiligen vorbehalten, wird es nun „profan“. Und so ist die künstlerische Essenz von Dorothy Cross in einem monumentalen Werk vereint.