Seit 2021 Teil der Sammlung

Paolo
Grassino

Der 1967 in Turin geborene italienische Künstler Paolo Grassino erforscht in seinen Skulpturen die Zerbrechlichkeit und Dualität des menschlichen Daseins. Er arbeitet mit Gummi, Holz oder Aluminium und schafft kraftvolle Werke, die Instinkt, Spannung und düstere Poesie vereinen und die verschwimmende Grenze zwischen Natur und Zivilisation offenbaren.

Hören Sie dem Künstler zu

Werk von Paolo Grassino, das eine Person mit einem verworrenen Kopf darstellt, denn anstelle eines Kopfes hat diese Person durcheinandergewürfelte Rohre.
Portrait de l'artiste Paolo Grassino, en noir et blanc.Skulptur von Paolo Grassino, bedeckt mit Herbstblättern, im Schloss Vullierens.Vue très rapprochée de l'oeuvre de Paolo Grassino représentant des tuyaux emmêlés à la place d'une tête d'homme.

Die Spannung des Lebens

Grassino betrachtet die Bildhauerei als Sprache des Widerstands und der Reflexion. Seine menschlichen und tierischen Figuren, oft in scheinbarer Bewegung, evozieren den Kampf zwischen Instinkt und Vernunft, zwischen Natur und Zivilisation. Der Künstler hinterfragt unsere Fähigkeit, die Menschlichkeit in einer von Technologie und Kontrolle beherrschten Welt zu bewahren.

Zu seinen emblematischen Werken zählt „Borderline“, das eine Gruppe von Männern im prekären Gleichgewicht zeigt – eine Metapher für die moderne Gesellschaft, die stets am Rande des Zusammenbruchs steht. „Untitled (Branch Man)“ vereint Körper und Natur in einer organischen Verschmelzung, während „Rebus“ und „Silence“ ein Gefühl innerer, fast spiritueller Spannung vermitteln.

Für Paolo Grassino ist jede Skulptur eine stille Präsenz, die unsere Beziehung zur Welt und zu uns selbst hinterfragt. Seine Werke, roh und meditativ zugleich, finden im Château de Vullierens eine natürliche Resonanz.

Paolo Grassino

Grassino

Im Herzen einer lebendigen Weidenkathedrale am Rande des Reitwegs von Schloss Vullierens entfaltet Paolo Grassinos Werk „Knoten“ eine kraftvolle und geheimnisvolle Präsenz. Die 2015 entstandene Skulptur verwebt menschliche, soziale und innere Verbindungen in einer dunklen und organischen, fast animalischen Form. Im Laufe der Jahreszeiten verändern Licht und Vegetation ihre Atmosphäre und lassen das Material zwischen Licht und Schatten vibrieren. Getreu seinem Universum, in dem Kunst, Anthropologie und existenzielle Spannung ineinanderfließen, erforscht Grassino hier in einem feinfühligen Dialog zwischen Bronze, verwobener Weide und Stille, was uns unsichtbar verbindet oder zurückhält.