Ein genauerer Blick auf unser Erbe
Erforsche die Spuren der Vergangenheit und enthülle ihre Geheimnisse.

Der Burggraben
Die Burggräben von Schloss Vullierens, sinnbildliche Überreste einstiger Wehrarchitektur, erinnern an die mittelalterliche Geschichte des Ortes und zeugen vom Können seiner Erbauer. Lange Zeit als natürliche Barriere gegen Angreifer genutzt, befinden sie sich an der Nordseite der Burg und sind von einem Wassergarten umgeben, der unter anderem mit Schwertlilien geschmückt ist. Ein Spaziergang entlang der Mauer lässt Besucher in die Atmosphäre vergangener Zeiten eintauchen und ein seltenes Kulturgut der französischsprachigen Schweiz entdecken.

Der Burggraben, ein natürliches Reservoir
Heute dient der Burggraben einer neuen Funktion: Er sammelt Regenwasser und Quellwasser des Anwesens. Diese wertvolle Ressource trägt zur nachhaltigen Bewässerung der Gärten bei und verbindet so historisches Erbe mit modernem ökologischem Management.

Historisches Eishaus
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts besaßen viele Schlösser Eishäuser, die wahren Vorläufer moderner Kühlschränke. Diese raffinierten Konstruktionen ermöglichten die Konservierung von Eis, das im Winter aus Teichen geerntet und das ganze Jahr über verwendet wurde. Auf Schloss Vullierens hat das Eishaus die Form eines riesigen unterirdischen Brunnens, der nach Norden ausgerichtet ist, um die Wärmeentwicklung zu minimieren. Mit Stroh und Zweigen bedeckt, veranschaulicht dieses ausgeklügelte System perfekt das architektonische Können und die nachhaltigen Lösungen, die in Schlössern zur Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt wurden.

Zehnthaus
Das Zehnthaus, ein historisches Gebäude innerhalb des Château de Vullierens, diente einst zur Lagerung der als Feudalsteuer erhobenen Ernte. Als seltenes Zeugnis der landwirtschaftlichen und herrschaftlichen Vergangenheit verdeutlicht es die Bedeutung des ländlichen Lebens und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes des Anwesens.

Die beiden erhaltenen Türme
Eine Landkarte aus dem Jahr 1685 belegt, dass die mittelalterliche Burg von einer doppelten Zinnenmauer geschützt war. Das Bauwerk bestand damals aus mehreren dreistöckigen Flügeln, die durch ein halbes Dutzend Türme miteinander verbunden waren, von denen einer besonders imposant war. Heute sind nur noch zwei Türme nordöstlich der Burg erhalten. Im 18. Jahrhundert durch den Anbau von Mansarddächern umgestaltet, erinnern sie an die wehrhafte Vergangenheit des Anwesens. In einem der Türme befindet sich noch immer die 1740 installierte Uhr, die zu einem Wahrzeichen von Schloss Vullierens geworden ist.