Eine neue Saison voller Farben und Kunst: Zwei Künstler bespielen die Galerie des Schlosses Vullierens vom 17. April bis zum 30. Oktober 2022.

Jean Mauboulès, französischer Bildhauer

Die Arbeit von Jean Mauboulès besteht aus Skulpturen, Glascollagen und Wandobjekten. Seine bevorzugten Materialien sind Stahl und Glas. Einfache, schlichte und transparente Formen sind seit jeher der rote Faden seiner Arbeit. Er ist davon überzeugt, dass Ästhetik die Stärke jedes Kunstobjekts ist, und lädt den Besucher zu einer intellektuellen oder militanten Reflexion ein.

Christoph Vögele, ehemaliger Direktor des Museums für Gegenwartskunst in Solothurn, erklärt, dass für Mauboulès Fragen des Raums immer zentral waren, daher seine Hinwendung zur Linie und zur Zeichnung. Der Charakter der Zeichnung liegt vielen seiner Werkgruppen zugrunde. Sowohl seine Skulpturen, Flachreliefs als auch seine unterschiedlichsten Arbeiten auf Papier können als Zeichnungen betrachtet werden. Der Betrachter ist eingeladen, erstaunliche Veränderungen zu entdecken, die von zwei zu drei Dimensionen und wieder zurück wechseln. Es entsteht eine Verwirrung über Gewicht und Größe: Kleine Dinge sind monumental, große Dinge sind weich und zierlich. Die Magie, die Jean Mauboulès mit einfachen Mitteln erschafft, ist immer transparent. Transparenz ist nicht nur ein Stilmittel, wie zum Beispiel bei seinen Arbeiten auf geschichtetem Papier, sondern eine Signatur. Jean Mauboulès setzt darauf, dass mit zunehmender Verdichtung eine Komplexität in der Einfachheit entsteht, die fasziniert und verwirrt, um uns den Weg zu einer kontinuierlichen und reinen Vision zu zeigen. Eine solche Verlangsamung ermöglicht einen fast meditativen Effekt, der durch Momente der Bewegung in seiner Arbeit noch verstärkt wird.

Pierre Gattoni, Schweizer Maler

Pierre Gattoni ist ein radikaler Maler. Sein Antrieb ist nicht „die Botschaft“, die er seinem Betrachter vermitteln möchte. Er glaubt nicht an den etwas romantischen Begriff der „Inspiration“, der Begriff des „Stils“ interessiert ihn nicht. Er sagt sogar, dass er keine Absichten mit seiner Arbeit verfolgt. Was soll er also tun?
Pierre Gattoni leugnet jegliche symbolische Konnotation (exklusiv Romantik) und sagt, dass er sich nicht für Kontraste interessiert (exklusiv Hell-Dunkel). Er sucht nach einer feineren, nuancierteren Begegnung zwischen den Farben (keine Spannungen zwischen Formen und Farben), er versucht, die Kontraste zu beseitigen, um die Farbe leuchtender zu machen.
In den jüngsten Gemälden führt der Künstler einige Kurven und andere Unregelmäßigkeiten in die Form der Leinwände ein. Zwar hält er sich nicht lange mit diesen neuen Formen auf, doch nun wirken die Verschiebungen von einer Farbe zur anderen unterschiedlich, je nachdem, ob ein Gemälde eher vertikal oder eher horizontal an der Wand hängt.
Galerie le Chat Perché